25.08.12 – 27.08.12
Das nächste Abenteuer führte uns an der Westküste entlang Richtung Süden über Meulaboh nach Singkil, wo die Fähre für unser eigentliches Ziel, die Banyak Inseln, ablegt.
Die Westküste Sumatras war sehr stark vom Tsunami 2004 betroffen und die Infrastruktur (v.a. Brücken und Strassen) befindet sich noch immer im Aufbau. Man findet kaum Informationen, ausser, dass die Fortbewegung eher mühsam und schleppend vorangeht und man viel Zeit, Geduld und gutes Sitzleder braucht, um ans gewünschte Ziel zu kommen. Beides führt wohl dazu, dass sich kaum Touris hierher verirren. Für uns ist es gerade deswegen besonders reizvoll, es erst recht zu machen 😉 und wir wurden belohnt: Wir genossen eine Fahrt auf engen und kurvigen Küstenstrassen, vorbei an Reisfelder, Palmölplantagen, badenenden Wasserbüffel, farbigen Moscheen, spielenden Kindern, verlassenen Stränden und und und. Durch überschwemmte Landteile, Ruinen und die von Hilfsorganisationen erbauten „Tsunami-Dörfer“ wird man aber auch immer wieder an die gewaltige Flutwelle erinnert.
In Meulaboh schauten wir kurz im Spital vorbei. Für 5 Franken wurde Säbis seit Wochen entzündeter Daumen behandelt, im Preis war sogar die Antibiotikacreme inbegriffen :). Auf dem Weg wurden wir noch vom „Disaster-Rescue-Team“ zu Kafi eingeladen, was wir dankend annahmen und ein nettes Schwätzchen hielten. Mit ihnen unternahmen wir am Abend auch eine kleine Rundfahrt durch Meulaboh, sahen uns den Sonnenuntergang am Strand an und assen am Hafen Znacht.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Singkil. Nach dieser Fahrt wissen wir nun auch, dass in einem Büssli für 9 locker 18 Leute Platz finden – Hühner, Töfflis und Velos noch nicht dazugezählt ;). Nachts um 11 kamen wir dann mit fünfstündiger Verspätung endlich und totkaputt in Singkil an, wo wir bei der Familie von Melly’s Homestay ein sehr einfaches Zimmer erhielten und nach einer Portion Mie Goreng erschöpft ins Bett fielen. Ausser alten Holzhäuser, blökenden Schafen und neugierigen Kindern gibt es in diesem verschlafenen Ort nicht viel zu sehen, trotzdem blieben wir noch einen ganzen Tag, da die Fähre auf die Banyak Inseln nur Dienstags fährt.
Idul Fitri, das Ende des Ramadan-Monats, stand an und somit hatte der muslimische Teil der indonesischen Bevölkerung bis zu einer Woche Ferien, was sie jeweils nutzen um Verwandte und Bekannte zu besuchen und somit halb Indonesien unterwegs ist, die Geschäfte geschlossen und Tickets überteuert oder ausverkauft sind :). Daher sind wir mit der Fähre ins Taucher-Paradies
Manchmal kamen wir nicht mehr aus dem Staunen raus: Nemos, Barracudas, Moränen, Seeschlangen, Krebse, Oktopusse, Haie, Schildkröten und jede Menge anderer Fische in allen Formen und Farben. Zwischen den Tauchgängen gab es jeweils eine Runde Backgammon oder ein abkühlendes Bad im türkisblauen Meer :).
Banda Aceh ist vor allem seit dem Tsunami 2004 bekannt, der die an der Küste gelegene Stadtteile stark verwüstete und mehr als 25’000 Menschen das Leben kostete. Es gibt einige Denkmäler, die wir uns natürlich anschauten. So beispielsweise das „Thanks to the World Monument“, das Boot auf dem Hausdach oder die Raya-Baiturrahman Moschee, die auf eine Art auch ein „Denkmal“ ist, da sie als einziges Gebäude, zwar schwer beschädigt, den Tsunami überstand und wo viele Menschen Zuflucht suchten und überlebten, da das Wasser zwar in die Moschee eindrang, sich aber „ruhig verhielt“ und wegen der offenen Struktur quasi hindurchfloss. Das neu erstellte Tsunami-Museum war leider Ramadan bedingt nicht wie gewohnt geöffnet, so dass wir nur kurze 10 Minuten drinn waren und danach wieder raus mussten. Die Dia-Show, die wir uns noch anschauen konnten, war aber schon mal ziemlich eindrücklich. Wir spazierten noch ein wenig durch die Quartiere, gingen auf den Fischmarkt, auf einen der vielen Strassenmärkte und führten kleine Gespräche mit den sehr freundlichen und aufgestellten Einwohnern. Das gemütliche Banda Aceh hat uns gut gefallen.
Der Lake Toba ist durch eine Vulkanexplosion entstanden und ist mit einer Fläche von 1700 Quadratkilometer der grösste See in Südostasien. In der Mitte liegt die Insel Samosir, die durch eine zweite Erosion entstanden ist. Die Insel Samosir und die Gegend um den Lake Toba ist die Heimat der Batak, eine aus Thailand und Myanmar vertriebene Volksgruppe, die einst ziemlich kriegsfreudig war und bis in das frühe 19. Jahrhundert den Kannibalismus auslebte. Heute sind die Batak, dank der holländischen Kollonialherrschaft, mehrheitlich Christen und ein ganz nettes Völkchen ;).
Wir buchten einen Dschungeltrek, kämpften uns zusammen mit einer holländischen Familie zwei Tage durch das Dickicht und liessen uns auf überdimensionalen Gummireifen den gemütlichen Fluss zurück zum Dorf schippern. Die orangen Pelztierchen, die wir aus nächster Nähe beobachten konnten (oder sie uns?) und die teilweise unmittelbar über unseren Köpfen rumturnten, haben uns ziemlich fasziniert. Anscheinend soll ja zwischen ihnen und uns eine genetische Übereinstimmung von 97% bestehen (ach ja, mit dem Schwein sollen ’s 96% sein… 😉 ).
Stattdessen lag unserer Meinung nach eine ziemlich gestresste Stimmung in der Luft, da die Hostels untereinander einen grossen Konkurenzkampf hatten und nur an dir interessiert waren, solange die Chance bestand, dir einen Dschungeltrek zu verkaufen. So passierte es uns, dass wir bei Nora’s Rainforest zuerst keine Duschtücher und Toilettenpapier erhielten (because of rain!?) und sogar rausgeschmissen wurden (because of fully booked?!) :). Wir haben uns einfach nicht anstecken lassen und die Tage in vollen Zügen genossen.
Wie schon viele vor uns herausgefunden haben, ist Medan keine Perle. Für uns bot sich Medan als billige Anflug-Destination von Penang aus an :). Die einzige Attraktion ist die Moschee, die wir in 5 Minuten besichtigt hatten und wir haben die erste Erfahrung im Becak-Fahren, der indonesisches Variante des Tuk-Tuks in Form eines Töfflis mit Seitenwagen, gesammelt :).