13.10.12 – 15.10.12
Nach langem Hin und Her, auf welche der zwei Paradies-Inseln wir nun fahren sollen, entschieden wir uns für Kanawa Island. Die Insel ist winzig klein, trotzdem haben wir in diesen drei Tagen so Einiges erlebt:
Wir hausten im einzigen Resort dieser Insel in einem Bale-Bale, ein Bambus-Stroh-Hüttchen, das so gross ist, wie die Matratze, die darin liegt und als Wände vier Rollos hat, die man je nach Wetter, Sonnenstand, Wind und Lust und Laune hochziehen oder runterlassen kann – was braucht man mehr? Es kam zwar mal eine Ratte zu Besuch, das Pelztierchen war aber mehr an der Banane als an uns interessiert :).
B
ereits vom wackeligen Steg aus konnte man viele Seesterne und Fische bestaunen, wir liessen es uns aber nicht nehmen auch hier wieder ein paar Mal in die Unterwasserwelt des Komodo Nationalparks einzutauchen. Zwar wurde der Boots-Käpten Nr. 1 gefeuert, da er mit dem Tauchboot am Samstagabend nach Labuanbajo an eine Party ausgebüxt und bis am Sonntagmorgen nicht mehr zurückgekommen ist. Da gute Jobangebote aber rar sind, war innerhalb einer halben Stunde schon ein neuer Käpten organisiert und das Tauchboot konnte ohne grosse Verspätung ablegen :). Während eines Tauchganges ging dann auch noch eine Japanerin verloren, weshalb wir früher abbrechen und zurück aufs Boot mussten. Zum Glück hatte es aber chillige Sitzsäcke auf dem Deck, so dass wir uns dort bis zum nächsten Sprung ins kühle Nass ausruhen konnten – die Japanerin haben wir später auch wieder kichernd und im Meer treibend gefunden und aufgeladen.
Der Höhepunkt war aber ganz klar die Begegnung mit den Mantas, die wie Raumschiffe im Wasser schwebten und uns beobachteten, wie wir uns zappelnd an einem Stein oder am Divemaster festhielten und gegen die Strömung kämpften – genial. Vielleicht müssen wir uns doch mal noch eine Unterwasserkamera zulegen…
Am Abend trafen wir uns jeweils mit Jana und Sven zu einer köstlichen Feta-Pizza und einem kühlen Bier oder spielten vor ihrer Bungalow-Tür mit leuchtendem Plankton :).
Eigentlich wollten wir in Ruteng, auf halbem Weg zwischen Bajawa und Labuanbajo, nochmals einen Zwischenstopp in den Bergen einlegen. Als wir dort ankamen war es aber saukalt, dunkel und es regnete. Daher entschieden wir uns spontan, gleich ans Meer nach Labuanbajo durch zu fahren.
Bajawa selber ist ein wuseliges Bergdörfchen. Wir wanderten auf den Vulkan Wawo Muda und um seine drei Krater rum, badeten in den Hotsprings von Mengeruda und düsten mit dem Töffli – what else – in den Süden zum Black-Sand-Beach von Mbalata und wieder zurück. Um Bajawa rum liegen zudem viele traditionelle Siedlungen der
Mit dem Minibus ging es in vier Stunden durch den Westen von East Timor, bis zur Grenzstadt Batugade. Dort mussten wir mitsamt Gepäck über die Grenze latschen, unsere Rucksäcke durchsuchen lassen und uns beim Indonesischen Militär registrieren, bevor wir wieder in einen Minibus steigen konnten und nochmals sechs Stunden bis nach Kupang in West-Timor weiterdüsten. Die Tage in Kupang verbrachten wir entweder am einsamen Strand von Tablolong, im spartanisch eingerichteten
Anfänglich mussten wir uns ein bisschen an die hohen Preise gewöhnen. Die billigste Unterkunft in der Hauptstadt Dili war das
Während unsere Pässe für die Visaerneuerung auf der Indonesischen Botschaft waren, düsten wir mit dem Töff in den Osten. Wir fuhren der Küste entlang von Dili nach Baucau zum Osalata Beach, über Com nach Tutuala Beach und wieder zurück nach Dili. Einsame Strände, türkisblaues Wasser, Palmen, Reisfelder ohne Ende und und und… einfach nur wunderschön. Ausserhalb von Dili gibt es praktisch keine Tourismus-Infrastruktur. Und wenn doch, dann auch hier zu einem satten Preis und meist niedrigem Standard (und wir haben wirklich keine hohen Ansprüche!). Wir haben auch auf der ganzen Tour keine anderen Touristen angetroffen. Am Osalata Beach kamen wir für zwei Nächte im noch einzigen vorhandenen und supergemütlichen Hüttchen der Baucau Beach Bungalows unter.
Beim Zmorgenschwätzchen mit dem Besitzer erfuhren wir, dass die vier anderen im Jahr 2006, während politischen Neuwahlen und Umstrukturierungen und daraus entstandenen Unstimmigkeiten unter Nachbarn einem Brand zum Opfer fielen. Die Menschen erlebten wir als eher schüchtern, aber wenn man den ersten Schritt macht, sind sie überaus freundlich und sehr herzlich. Wir kamen manchmal gar nicht nach mit lächeln, winken und Hallo rufen :).
Säbis Geburtstag wurde dann auch noch ordentlich gefeiert: Bier im Pool, Tuna-Steak mit einem Gläsli Rotwein und zum krönenden Abschluss ein Schoggimousse mit Vanille-Glace. So wird man gerne ein Jährli älter ;)…
Uns führte nicht der 0815-Weg (mit neun anderen zwölf Stunden im engen Minibus via Probolinggo) nach Cemoro Lawang, dem Ausgangspunkt für einen Besuch beim Mt. Bromo, wir wählten eine etwas abenteuerlichere Route. Mit dem Nachtzug ging es in der Eksekutif-Class nach Malang und mit dem Bemo weiter nach Tumpang. Die Preisverhandlungen für einen 4WD verliefen nicht nach unseren Wünschen, so entschieden wir uns für Plan B und heuerten zwei Ojek-Fahrer an, die uns mitsamt Gepäck auf zwei Rädern für ein kleines Taschengeld zwischen den Vulkanen Mt. Semeru, Mt. Batok und Mt. Bromo durch die Sandwüste der Tengger Ebene hindurch bis nach Cemoro Lawang mitnahmen. Und es hat sich gelohnt: Wir hatten eine erlebnisreiche Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft, über steile Schlaglöcher-Strassen und rutschige Sandpisten. Für die 33km brauchte wir über zwei Stunden und waren danach ziemlichgeschafft – und sandig :).
Am nächsten Morgen ging es mit dem Jeep zum Aussichtspunkt Pananjakan, wo wir bei einem heissen Kafi langsam auf die Sonne warteten. Und auch hier hat sich das Warten wieder gelohnt. Ein wunderschönes Farbenspektakel und ein faszinierender Ausblick auf die Vulkanebene präsentierte sich langsam vor unseren Augen.
Während sich nun die hundert anderen Touris, die mit uns auf der Aussichtsplattform waren, den Bromo raufzwängten und es deswegen auf der Treppe, die zum Krater führte, sogar schon staute, kraxelten wir zuerst auf den sandigen Mt. Batok und genossen die schöne Aussicht von der Spitze. Bromo hatten wir danach fast für uns alleine und er begrüsste uns mit einem Zischen und einem stinkigen Rauchwölkchen :).
Mit Bus und Zug ging es nach Yogyakarta, in die Kultur- und Künstlerstadt Javas. In einer buntbemalten Becak ging es vom Bahnhof ins Backpackerviertel Prawirotaman, wo wir mit dem
In Yogya, wie Yogyakarta von Einheimischen abgekürzt wird, sahen wir uns den Vogelmarkt Ngasem, die Touristen-Strasse Malioboro und den Wasserpalast Taman Sari an und wurden von einer Familie, der wir im Künstlerquartier um Taman Sari begegnet sind, spontan zu Kaffee und Kuchen oder besser gesagt zu Tee und Semar Mendem (gebackene Kokosnussraspeln in Reis umhüllt von einem süssen Eieromelette) eingeladen.
Wir unternahmen auch einige Ausflüge in die Umgebung von Yogya. Zum Sonnenaufgang fuhren wir in die Nähe von
Mit dem Töffli fuhren wir zum
Pangandaran ist für seinen schwarzen Strand, den nahen Green Canyon und gute Wellen bekannt und vor allem bei einheimischen Touristen oder Surfern beliebt. Wir nutzten die drei Tage nicht für Ausflüge oder Surfen, nein, wir mussten mal ran an die Planung für Australien. Wann und wie wir genau wo sein wollen, damit es mit dem Wetter perfekt hinkommt, dem Büssli-Kauf klappt und wir um Weihnachten in Sydney sind und und und… Aber bevor wir nach Australien dürfen, müssen wir mal noch aus Indonesien raus, weil das Visum abläuft und irgendwie irgendwo wieder rein um uns den Rest vom Land noch anzuschauen. Zum Glück konnte man das Ganze am Strand unter dem Sonnenschirm bei einem kühlen Bier organisieren, so haben wir es ohne zu verzweifeln hingekriegt :).