Archiv der Kategorie: Reiseberichte

Pushkar – The Holy City

19.04.12 – 22.04.12

GhatMit dem Localbus ging es weiter in die die heilige Stadt Pushkar. Pushkar ist eine Pilgerstätte, wo sich Gläubige in einem der 52 Ghats im heiligen Wasser des Lake Pushkars – der eher ein Tümpel mit braunem Wasser ist – baden und Familie und Gesundheit zu segnen. Auch uns wollten zwei von vielen selbst ernannten Priestern segnen und dafür Geld abzocken, wir liessen uns aber nicht darauf ein und wurden – zum wievielten Mal schon wieder? – mit bösen Worten verflucht :). Auch der einzige Brahma-Tempel Indiens steht in Pushkar. Den haben wir natürlich auch besucht und barfuss umrundet, in fünf Minuten war dieses Spektakel auch schon vorbei, so winzig war er.

PushkarWir haben uns im Hotel Everest einquartiert, meist im eigenen Rooftop Restaurant Unmengen von Chapatis verdrückt und uns mit den dort arbeitenden Jungs gut unterhalten. Wir haben Barack, den wir im Bus von Ajmer nach Pushkar kennen gelernt haben, in seinem Shop besucht, Chai getrunken und durften danach noch mit ihm seine Fabrik anschauen gehen. Ganz zum Schluss wurden wir dann auch noch sportlich. Um uns den Sonnenuntergang anzuschauen, wollten wir zum Sivitri Tempel, waren aber ein bisschen spät drann. Der gemütliche Spaziergang auf den Berg wurde so zu einem Rennen, das wir gewannen und mit einer wunderbaren Aussicht belohnt wurden.

Jaipur – The Pink City

16.04.12 – 18.04.12

Die Hauptstadt Rajasthans wird deshalb „Pink City“ genannt, weil die Fassaden der Häuser in der Altstadt zu Ehren eines Besuchs von Prinz Albert von England alle Pink (Farbe der Gastfreundschaft) angestrichen wurden. Die Farbe heute erscheint jedoch eher in einem blassen orange :).

Hawa MahalWir hatten dank Riksha-Fahrer Ghanshyam, der uns in seinem lilafarbenen Gefährt zwei Tage durch das Gewusel, an unzähligen faul rumliegenden Kamelen vorbei und zu den Sehenswürdigkeiten gelotst hat, eine sehr gute Zeit. Er brachte uns unter anderem zum Wahrzeichen Jaipurs, dem Hawa Mahal (Palast der Winde). Ein Palast, mit vielen Fenstern, aus denen früher die Damen des Hofes das rege Treiben auf der Strasse beobachten konnten, ohne dabei selbst gesehen zu werden. Zudem besuchten wir das Fort Amber, das etwas ausserhalb auf einem Hügel lag und wie aus einem Märchen schien. Die unzähligen Gässchen, Säle, Schlupfwinkel, kniehohen Treppenstufen und unterirdischen Gängen waren faszinierend, so dass wir mit Audioguide ausgerüstet gute 3 Stunden darin verbrachten. Auch die Zimmer, Türme und Gärten des City Palace, wo die ehemalige Maharaja-Familie noch heute drinn haust, fanden wir sehr eindrücklich. Monkey TempleAls letztes ging es noch –  mit kurzem Verpflegungsstopp an einer Samosa- und Chai-Gassenküche – zum Monkey Temple bei Galta, von wo wir uns den Sonnenuntergang anschauen wollten, der aber – wie schon viele Male zuvor – in den Wolken hängen blieb. Diese verursachten dann auch noch ein heftiges abendliches Gewitter, das eine nette Abkühlung brachte.

Am zweiten Tag brachte uns Ghanshyam zum Jantar Mantar, Jaipurs Observatorium. Wir schlenderten durch den Park, der einen kleinen Einblick in die frühere indische Messung von Zeit, Eklipsen und Planetenbahnen gab. Danach willigten wir ein, ein paar Shops zu besuchen, damit Ghanshyam seine Provision erhielt und erhielten zur eigenen Belohnung jedes Mal einen feinen Chai ;). Znacht bei GhanshyamAls Dankeschön hat uns Ghanshyam noch zu sich nach Hause zum Znacht eingeladen. Wir fuhren also in ein kleines Quartier mit engen Gässchen und kleinen Häuschen, die meist nur aus einem Zimmer und einer Kochnische bestanden. Seine Frau kochte uns ein köstliches Dal mit Chapatis. Seine beiden Jungs gesellten sich nach der Schule auch noch dazu und freuten sich, mit uns ein bisschen Englisch-Hausaufgaben zu erledigen und eine Runde Angry Birds auf unserem Iphone spielen zu dürfen :).

Jaipur hat uns zwar gefallen, zugleich aber auch nachdenklich gestimmt. Direkt neben den prunkvollen Palästen herrscht Armut und Dreck, Toiletten können sich viele nicht leisten und verrichten ihr Geschäft am Strassenrand und an jeder Ecke sieht man Bettler, verstümmelte Menschen und völlig verdreckte Kinder. Wir sehen auf unserer Reise halt nicht nur die Sonnenseite Indiens…

Auroville & Pondicherry

04.04.12 – 15.04.12

Matrimandir

Wir sind also in Auroville und somit bei Sili’s Götti Daniel und seiner Familie angekommen. Auroville ist eine Stadt, die in den 60er Jahren von „the mother“ basierend auf Sri Aurobindos Gesellschaftstheorie gegründet wurde, dabei von 124 Nationen symbolisch eine Handvoll Erde erhielt und heute um 2000 Einwohner zählt. In Auroville leben und arbeiten Menschen, ungeachtet von Religion, Hautfarbe oder Staatsangehörigkeit an der Erschaffung einer universellen Stadt, in der gegenseitige Unterstützung und menschliche Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Wir beschreiben Auroville hier, wie wir dieses Zusammenleben erlebten, was wir aus Gesprächen und auf Touren erfuhren und was wir rückblickend darüber denken. 

International HouseAuroville selbst ist eine Ansammlung von verschiedenen Kommunen, welche in mehr oder weniger hippen Gebäuden in den – durch die Aurovillaner seit über 40 Jahren mit 2 Millionen gepflanzten Bäumen – aufgeforsteten Wäldern rund um das Zentrum, wo die Matrimandir (der goldene Golfball) steht, leben. Unter die permanenten Einwohner mischen sich viele Gäste aus aller Welt, mehrheitlich junge, BH-lose, alternativ umgeblasene (nicht angehaucht) Mädchen mit Haaren unter den Armen und an den Beinen und oftmals mit Che Guevara-Style-Männern unterwegs, alle auf der Suche nach sich selbst, einer besseren Welt oder vielleicht auch nur einem billigen Aufenthaltsort. Sadhana ForestDie alteingesessenen Aurovillaner sind in unseren Augen eher diejenigen, die sich näher auf „unserer Welt“ bewegen als diese temporären Spirittouristen. Auroville ist für uns also ein Lebensraum, der dem unseren gar nicht so unähnlich ist, der aber gezielt andere Werte in den Mittelpunkt stellt und wo die Einwohner mit den vorhandenen Mitteln manchmal extremer, manchmal weniger extrem, danach leben, ohne dabei missionarisch zu wirken oder völlig abzuspacen. Das heutige Auroville ist aber noch sehr weit von der ursprünglichen Vision von einem nicht-kapitalistischen und geldflusslosen Zusammenwirken entfernt. Die Aurovillaner gehen aber mit den realisierten Projekten, den vorhandenen Ideen und den einfachen Umsetzungen im Alltag, wenn auch nur langsam, ihrem Ziel entgegen.

Und was haben wir so in Auroville gemacht?
WatsuAls erstes chillten wir in der gemütlichen Hängematte vor unserer „neuen“ Bleibe und wurden am Abend ins Youth Center zu einem Filmabend mit anschliessendem Dosa und Kokosnuss-Chutney-Plausch eingeladen. Wir erhielten frischgepressten Saft aufs Zimmer serviert und durften von Daniel eine Watsu-Behandlung im Quiet Healing Center geniessen. Wir assen in der Solarkitchen, wo täglich 1000 Mahlzeiten nur mit Solarenergie gekocht werden, und genossen es auch wieder mal selber hinter dem Herd zu stehen und Daniel und Dariya nach einem anstregenden Arbeitstag mit einem Znacht zu verwöhnen. Wir waren am Kabir Music Festival, wo wir uns traditionelle indische Musik anhörten, die wir teilweise faszinierend fanden, teilweise aber nicht ganz für unsere Ohren geschaffen war und hatten einen unterhaltsamen Abend am Tamil New Year, wo Schulklassen verschiedene Tänze vorführten. Kabir Music FestivalWir machten eine geführte Tour durch den Sadhana Forest, wo eine veganisch-lebende Kommune das „Pee“ vom „Poo“ getrennt sammelt um beides wieder zu verwerten und erfuhren dort interessante Details über die Wiederaufforstung des Waldes nach dem Zyklon oder den Aufbau neuer Wasserversorgungsanlagen. 

Die Tsunami-Warnung auf Grund eines Erdbebens in Indonesien erreichte auch uns. Von der Hektik haben wir nicht viel mitgekriegt, vielleicht lag es auch daran, dass wir eine 1.5 Meter lange Schlange im Haus hatten, die wir mit Hilfe eines Aurovillianers wie Daniel so schön ausdrückte: „nach Draussen begleitet haben“. 

Eines der eindrücklichsten Erlebnisse hatten wir, als wir in die Matrimandir, in das sakrale Zentralgebäude durften. Speziell der Raum der Stille hat uns beeindruckt. Wie lange ist es her, dass wir in einer Umgebung waren, die quasi schalldicht von allen Geräuschen abgekapselt war und man sich so für einige Minuten nur auf sich selbst konzentrieren konnte (oder musste). 

Notre DameZwischendurch statteten wir der nahegelegenen ehemaligen Kolonialstadt Pondicherry zur Abwechslung einen Besuch ab. Wir fuhren durch das French Quarter mit den vielen gelben Hausfassaden, liessen uns vor der Mahatma Gandhi Statue mit indischen Familien ablichten, sahen uns die katholischen Bauten wie das Notre Dame oder die Basilica of the Sacred Heart an und besuchten den Garten des Sri Aurobindo Ashrams. Wir waren dann aber auch froh, aus dem lauten Pondi-Gehupe-Ghetto in das gemütlichere Auroville zurückkehren zu dürfen.  

AurovilleIm Ganzen haben wir zwei spannende, interessante und abwechslungsreiche Wochen verbracht und danken Daniel und Dariya für ihre Gastfreundschaft, Erklärungen, Tipps und alles Drum herum. Auch Auroville ist ein Ort, den wir gerne wieder besuchen möchten, schon nur um die Veränderung und Entwicklung dieser Stadt in naher oder ferner Zukunft zu sehen.

Kanyakumari – Cape Comorin

02.04.12 – 03.04.12

Zugfahrt Varkala - KanyakumariVon Varkala ging es mit dem Zug weiter südlich nach Kanyakumari.  Die Zugfahrt war wie immer, kurzweilig und von wunderschöner Landschaft begleitet. Kanyakumari selbst zeigte sich hingegen eher schmutzig, heruntergekommen und voller Sonnenbrillenverkäufer, Bettler und indischen Touristen, weisse Touris sahen wir eher selten.  

Cape ComorinKanyakumari ist aber deshalb eine Reise wert, weil es der südlichste Punkt Indiens ist, man den Sonnenaufgang und -untergang von fast derselben Stelle anschauen kann und hier drei Meere aufeinandertreffen: der Indische Ozean, das Arabischen Meer und der Golf von Bengalen. Zudem wurde hier die Urne mit Mahatma Gandhis Asche in einer für ihn errichteten Gedenkstätte jahrelang aufbewahrt, bevor sie dem Meer übergeben wurde, der Philosophen Swami Vivekananda erhielt genau auf dem Stein im Meer, wo er einst drei Tage lang meditierend ausharrte, sein Memorial, welches nur per Boot und mit Schwimmweste ausgerüstet erreichbar ist, und auch für den tamilischen Dichter Tiruvalluvar wurde eine 40 Meter hohe Statue errichtet, die wir erklommen haben – wir geben zu, dass wir von den zwei letzgenannten Herren vorher noch nie was gehört haben :).
GhatWir schauten zudem den Touristen und Pilgern beim Baden in einem der heiligen Ghats und dem regen Treiben am Ufer zu, hatten nach zwei Tagen jedoch bereits alles Sehenswerte gesehen und machten uns per Sleeperbus auf den Weg Richtung Ostküste.

Varkala

27.03.12 – 01.04.12

Und wieder sind wir an einem phantastischen Fleckchen auf dieser Erde gestrandet. Varkala liegt auf einer Felsklippe direkt am Meer und bestand eigentlich nur aus Restaurants, Guesthouses und Souvenirshops. Von dem her war es ziemlich touristisch und nicht-indisch, aber trotzdem sehr gemütlich und entspannend.

VarkalaVon der Klippe hatte man eine herrliche Aussicht auf den Strand, den man über eine Treppe erreichte. Durch die starke Strömung und die riesigen Wellen wurde Baden schon fast zum Extremsport, ein bisschen Bewegung tat uns zwischendurch aber doch ganz gut. Nach vier Monaten ohne Regen fanden wir auch die Stimmung durch ein aufkommendes Gewitter und die Abkühlung durch den fünfminütigen Platzregen einfach herrlich. Wie entspannt wir waren merkte man spätestens, als sich Säbi nicht mal von einer Ratte, die vom Dach auf ihren Schoss fiel, aus der Ruhe bringen liess.

Zusammen mit Nathan und Simona, die wir in Palolem kennen gelernt haben und in den Backwater zufällig wieder getroffen haben, verbrachten wir ein paar lässige Tage und wie schon in Goa war es nicht ganz so einfach, diesen Ort zu verlassen.

Alleppey & Kerala Backwaters

25.03.12 – 26.03.12

Man liest oder hört ja immer wieder, wie halsbrecherisch manche Busfahrten in Indien sein können. Seit der Fahrt mit dem Localbus nach Alleppey können wir dies mit gutem Gewissen bestätigen. Trotz einigen brenzligen Situationen sind wir heil im „Venedig Indiens“ angekommen. Die Bezeichnung ist zwar eine leichte Übertreibung, da die Stadt selber nicht wirklich schön ist oder viel zu bieten hat, uns diente sie daher hauptsächlich als Ausgangspunkt für einen Trip in die Backwaters von Kerala.

BeachAm Busbahnhof wurden wir von Dil angesprochen und fuhren mit ihm zu seinem Haus, welches in einem Quartier lag, in dem es keine andere Hostels oder Ähnliches gab, wir also die einzigen Ausländer waren. Uns hat sein Haus mit dem kleinen Vorgarten, dem Ententeich und Sascha, dem Wollknäuel-Hund sehr gut gefallen, weshalb wir gleich blieben. Wir spazierten zum Strand um uns den Sonnenuntergang anzuschauen und wurden auf dem Weg von vielen neugierigen Gesichtern beobachtet. Das Schöne daran war, sobald man die Einheimischen anlächelte, kam ein strahlendes, herzliches Lächeln zurück.

BackwatersAm nächsten Tag wurden wir von Joker in seinem Kanu Oscar durch die Backwaters gegondelt. Wie bereits im Mekong-Delta dienen die Kanäle hier gleichzeitig als Badezimmer, Abwaschbecken und Abfalleimer. Wir sahen während der gemütlichen Fahrt dem Leben am Wasser zu, wurden zwischendurch bei einer einheimischen Familie mit einem leckeren Mittagessen, welches auf einem Bananenblatt serviert wurde, verköstigt und schlürften zum Zvieri genüsslich den Saft einer Kokosnuss, welche Joker uns eigenhändig von der Palme pfückte. Zum Znacht servierte uns Dil – trotz Alkoholverbot im Bundestaat Kerala – ein kühles Bier und traditionellen Kerala-Fisch, Sili kam bei so viel Chili fast ein bisschen ins Schwitzen.

Cochin

22.03.12 – 24.03.12

Etwas verchrugelet kamen wir mit dem Nachtbus am Morgen um 5 in Ernakulam an und schnappten uns eine Riksha, die uns auf die andere Insel Fort Cochin brachte. Wir wurden von Jerry auf der Strasse angesprochen und wir folgten ihm durch die Gässchen der Stadt bis zu seinem Haus, wo er uns den oberen Stock zur Verfügung stellte.

Fort CochinCochin ist eine ruhige, gemütliche Hafenstadt, bei welcher man den portugiesischen, britischen und niederländischen Einfluss an den Gebäuden noch klar erkennt. Viel gibt es aber nicht zu sehen oder zu tun. Wir erkundeten die kleine Altstadt, fuhren ins jüdische Viertel mit den unzähligen Antiquitätenhändler, sahen uns das inoffizielle Wahrzeichen der Kerala-Backwaters, die chinesischen Fischernetze, an, und waren vor allem vom Treiben am Hafen fasziniert, wo die Fischerboote gerade ankamen und die Fische versteigert wurden. Kathakali TheaterZudem besuchten wir eine Vorstellung des Kathakali-Theaters, ein für Südindien berühmtes traditionelles  Ausdruckstheater. Wir konnten den Darstellern zuerst eine Stunde beim Schminken zuschauen, erhielten danach Erklärunen der wichtigsten Mimiken und Gesten und kamen zum Schluss in den Genuss eines Zweiäkters aus einem Liebesdrama. Die Vorstellung lohnt sich auf alle Fälle, wir haben uns bestens amüsiert.

Mysore

20.03.12 – 21.03.12

Nachdem wir in Hampi gerade noch das letzte Boot über den Fluss erwischt haben, ging es mit der Riksha zurück nach Hospet und mit dem Nachtzug weiter nach Bengaluru, wo wir umsteigen mussten um nach Mysore zu gelangen.

Chamundi HillMysore war einst eine Handelsstadt und ist heute noch berühmt für die Produktion von Seide, Sandelholz, Duftöl und Räucherstäbchen. Es war nicht das Juwel, welches man auf einer Reise durch Südindien gesehen haben muss, sondern entpuppte sich für uns als etwas hektische Kleinstadt, in der wir es – nach so viel Ruhe und Gelassenheit in Goa und Hampi – gerade mal zwei Tage aushielten.

Trotzdem durften wir in Mysore wieder Einiges sehen und erleben: Chamundi HillWir fuhren mit dem Bus auf den Chamundi Hill, dem heiligen Berg, besuchten barfuss den dort oben gelegene Tempel, stiegen danach die 1200 Treppenstufen hinunter zum Fuss des Berges und besuchten auf einem Drittel des Weges Nandi, Shiva’s Ochse, welcher 1659 aus einem Stück Fels geschlagen wurde und heute von vielen Pilgern besucht wird. Am Abend sprach uns ein lustiger Kerl, der ständig Reggae-Lieder vor sich her sang, auf der Strasse an. Wir nannten ihn daher Bob Marley und hatten einen sehr unterhaltsamen Abend. Er führte uns durch die Gässchen von Mysore, in ein indisches Restaurant und – welch Überraschung – doch noch in einen Verkaufsshop für Duftöl. Wir konnten der Versuchung aber tapfer widerstehen!

Maharaja's PalaceAm zweiten Tag statteten wir dem Maharaja Palace einen Besuch ab. Das äussere Erscheinungsbild ist ziemlich schlicht, das Innere des Palastes mit den farbigen Fenstern, türkisen Säulen, Spiegeln und Wandmalereien war dafür umso eindrücklicher. Leider durfte man keine Fotos machen. Auch der Old Market und der Devaraja Market haben uns sehr gefallen und uns langsam aber sicher einen Eindruck des „richtigen“ Indiens gegeben.

Nach zwei Tagen sehnten wir uns nach einer etwas ländlicheren, dörflicheren Atmosphäre und stiegen in den Nachtbus Richtung Kochi.

Hampi

13.03.12 – 19.03.12

Nach zwei Monaten klingelte uns tatsächlich wieder ein Wecker aus dem Bett: Der Tag der Reise nach Hampi war gekommen. Den grössten Teil der Zugfahrt von Margao nach Hospet haben wir zwar verschlafen, trotzdem nehmen wir auch von dieser Fahrt einige Eindrücke mit: Sunny & Shesh Beshvorbeiziehende, wunderschöne Landschaften, Chai- und Samosa-Duft in der Nase und Small-Talk mit neugierigen Mitreisenden, aber auch bettelnde Kinder und verstümmelte, verwahrloste ältere Menschen. Die letzten Kilometer bis nach Hampi tuckerten wir auf einer staubigen Schotterstrasse mit der Riksha und schon hier kamen wir in den Vorgeschmack, was für eine aussergewöhnliche und verzaubernde Landschaft Hampi bieten wird.

Virupaksha TempleHampi war einst die Hauptstadt des Königreiches Vijayanagar und gehört seit 1986 zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Tempelruinen aus dem 15. Jahrhundert liegen verstreut zwischen Granitfelsen, Bananenplantagen und Reisfeldern und man fühlt sich fast ein bisschen in der Zeit zurückversetzt. Natürlich konnten wir uns nur einen Bruchteil anschauen, unter anderem den Virupaksha Tempel mit seinem 50 Meter hohem Gopuram (Turm) und Lakshmi dem Tempelelefanten, den Vittala Tempel mit dem berühmten Garuda-Schrein in Form eines Tempelwagens, die Elephant Stables, wo einst elf königliche Elefanten hausten und das Queen’s Bath, wo uns eine neugierige Eule beobachtete. Zudem stiegen wir die 570 Treppenstufen zum Tempel des Affengottes Hanuman hoch und genossen einen wunderschönen Ausblick auf Hampi mit einem etwas bewölkten Sonnuntergang.

Ausflug zum WasserfallWegen dem drückenden Wetter haben wir zwischendurch gemütliche Tage am Wasser eingelegt. Der Weg führte uns teilweise über Stock und Stein, mitten durch Bananenplantagen oder Bewässerungskanäle und war mit FlipFlops manchmal eine kleine Herausforderung, doch die Anstrengung wurde mit einem kühlen Bad oder einer süssen Banane vom Bananenmann bestens belohnt.

Wir wohnten in Virupapur Gaddi, auf der anderen Seite des Flusses, an einem idyllischen Örtchen in einer Bambus-Hütte, von wo aus wir den Affen beim Spielen zugucken konnten. Indisches HochzeitsessenAm letzten Tag wurden wir noch zu einer indischen Hochzeitsfeier eingeladen, leider verpassten wir die Zeremonie, zum Mittagsbuffet kamen wir aber gerade noch rechtzeitig. 

Nach einer Woche im mystischen und faszinierenden Hampi zusammen mit Dave, Mareike, Roderick und Petra ging es mit dem Nachtzug weiter nach Mysore.

Goa

12.01.12 – 12.03.12

Palolem BeachEndlich in Palolem. Palolem heisst bei Meeresrauschen einschlafen, die Hüttchen-Tür öffnen und als erstes den Strand erblicken, sich den ganzen Tag Barfuss und in Badehosen bewegen, bekannte Gesichter treffen oder neue Freunde finden, Bananen-Lassi und Cheese-Garlic-Naan geniessen, gegen Mäuse und Kakerlaken kämpfen und das Wichtigste: Einfach Nichts tun – und wir wurden Meister darin. Wir bewegten uns hauptsächlich im Umkreis von 100 Metern, genossen die Sonne und das Meer, ab und zu gab es eine kleine Shoppingtour an der Mainstreet für Säbi oder eine Runde Beachvolleyball für Sili.

Palolem BeachNach drei resp. vier Wochen kamen unsere Freunde und das Swiss Village war komplett, inkl. Cafe Elvir und Coiffeure Salon Khaarin. Wir erinnern uns gerne an die gemütlichen Abende im Dylan, den Ausflug zum Market nach Anjuna, das Picknick mit Family Travaso an einem versteckten Plätzchen im Cotigao Wildlife Sanctuary und nicht zu vergessen die gute Unterhaltung Dank Kakerlake Kasimir oder Old Monk. Karin durfte noch ihren Geburtstag mit Seafood, Kuchen und Magic-Drink feiern, dafür hat sie uns gratis die Haare geschnitten.

Wieder alleine verbrachten wir nochmals drei Wochen in Palolem und – man glaubt es kaum – wir wurden noch aktiv. Wir feierten mit Mario, dem Chef vom Dylan, Geburtstag, unternahmen mit Dave Töfftouren zum Talpona River und dem Savari Waterfall und genossen ein leckeres indisches Nachtessen bei Sheiku, dem Masseur. 

HoliUnd dann kam Holi, das indische Frühlingsfest. Am „Fest der Farben“ bewirft man sich mit Farbpulver und Wasser und feiert so den Triumph des Guten über das Böse, sprich den Sieg des Frühlings über den Winter. Unsere Kleider und Taschen waren danach nicht mehr verwendbar, Silis Pass hat das unfreiwillige Bad im Meer jedoch heil überstanden.

Mit dem Kauf des Zugtickets nach Hampi, wurde dann auch mal unsere Abreise aus Palolem Fakt. Ein Mal mehr verbrachten wir wundervolle Tage, Wochen, Monate im Paradies. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein…