18.09.12 – 19.09.12
Uns führte nicht der 0815-Weg (mit neun anderen zwölf Stunden im engen Minibus via Probolinggo) nach Cemoro Lawang, dem Ausgangspunkt für einen Besuch beim Mt. Bromo, wir wählten eine etwas abenteuerlichere Route. Mit dem Nachtzug ging es in der Eksekutif-Class nach Malang und mit dem Bemo weiter nach Tumpang. Die Preisverhandlungen für einen 4WD verliefen nicht nach unseren Wünschen, so entschieden wir uns für Plan B und heuerten zwei Ojek-Fahrer an, die uns mitsamt Gepäck auf zwei Rädern für ein kleines Taschengeld zwischen den Vulkanen Mt. Semeru, Mt. Batok und Mt. Bromo durch die Sandwüste der Tengger Ebene hindurch bis nach Cemoro Lawang mitnahmen. Und es hat sich gelohnt: Wir hatten eine erlebnisreiche Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft, über steile Schlaglöcher-Strassen und rutschige Sandpisten. Für die 33km brauchte wir über zwei Stunden und waren danach ziemlichgeschafft – und sandig :).
Am nächsten Morgen ging es mit dem Jeep zum Aussichtspunkt Pananjakan, wo wir bei einem heissen Kafi langsam auf die Sonne warteten. Und auch hier hat sich das Warten wieder gelohnt. Ein wunderschönes Farbenspektakel und ein faszinierender Ausblick auf die Vulkanebene präsentierte sich langsam vor unseren Augen.
Während sich nun die hundert anderen Touris, die mit uns auf der Aussichtsplattform waren, den Bromo raufzwängten und es deswegen auf der Treppe, die zum Krater führte, sogar schon staute, kraxelten wir zuerst auf den sandigen Mt. Batok und genossen die schöne Aussicht von der Spitze. Bromo hatten wir danach fast für uns alleine und er begrüsste uns mit einem Zischen und einem stinkigen Rauchwölkchen :).
Zurück in Cemoro Lawang hüpften wir in den nächsten Bemo Richtung Probolinggo. Ziel unbekannt, einfach mal Richtung Bali und soweit wie wir kommen… und wir kamen weit… und wir waren lange wach…
Mit Bus und Zug ging es nach Yogyakarta, in die Kultur- und Künstlerstadt Javas. In einer buntbemalten Becak ging es vom Bahnhof ins Backpackerviertel Prawirotaman, wo wir mit dem
In Yogya, wie Yogyakarta von Einheimischen abgekürzt wird, sahen wir uns den Vogelmarkt Ngasem, die Touristen-Strasse Malioboro und den Wasserpalast Taman Sari an und wurden von einer Familie, der wir im Künstlerquartier um Taman Sari begegnet sind, spontan zu Kaffee und Kuchen oder besser gesagt zu Tee und Semar Mendem (gebackene Kokosnussraspeln in Reis umhüllt von einem süssen Eieromelette) eingeladen.
Wir unternahmen auch einige Ausflüge in die Umgebung von Yogya. Zum Sonnenaufgang fuhren wir in die Nähe von
Mit dem Töffli fuhren wir zum
Pangandaran ist für seinen schwarzen Strand, den nahen Green Canyon und gute Wellen bekannt und vor allem bei einheimischen Touristen oder Surfern beliebt. Wir nutzten die drei Tage nicht für Ausflüge oder Surfen, nein, wir mussten mal ran an die Planung für Australien. Wann und wie wir genau wo sein wollen, damit es mit dem Wetter perfekt hinkommt, dem Büssli-Kauf klappt und wir um Weihnachten in Sydney sind und und und… Aber bevor wir nach Australien dürfen, müssen wir mal noch aus Indonesien raus, weil das Visum abläuft und irgendwie irgendwo wieder rein um uns den Rest vom Land noch anzuschauen. Zum Glück konnte man das Ganze am Strand unter dem Sonnenschirm bei einem kühlen Bier organisieren, so haben wir es ohne zu verzweifeln hingekriegt :).
Zurück in Singkil war der eigentliche Plan, den Tag dort zu verbringen und mit der Nachtfähre nach Pulau Nias zu fahren. Wir machten uns dann aber nochmals schlau, vor allem darüber, wie wir von Nias wieder wegkommen und fanden heraus, dass es vielleicht doch nicht ein so guter Plan war. Sehr kurzfristig haben wir uns daher entschlossen nach Medan zu fahren und von dort Richtung Java zu reisen. Nach einigem Hin und Her, zig Telefongesprächen und etlichen Stunden im Internetkafi (ein Internetkafi in Singkil = man hockt in einer Art Garage, am Boden auf einem Stück Teppich vor einem erstaunlicherweise sehr neuen Computer, während der sehr sehr freundliche Garagen-/Internetkafibesitzer feinen Kopi Susu serviert und Draussen eine Hochzeitsgesellschaft Karaoke singt :))
haben wir dann endlich sowohl einen Minibus, der uns über Nacht nach Medan fährt, und einen Flug, der uns nach Jakarta fliegt und bezahlbar war, gefunden. Uff. Manchmal kann Reisen ganz schön anstrengend sein ;).
Telefonempfang hatten wir nicht, geschweige dann Internet. Ab und zu kam ein Fischerboot vorbei und ein Mal kam Food-Nachschub. Ansonst war ausser uns, Sarah und Jody und unseren zwei fleissigen Helfer Abdu und Eni weit und breit keine Menschenseele anzutreffen – und das eine ganze Woche lang. Hier kann man ausser faulenzen, stundenlang im Meer baden, schnorcheln, essen und schlafen wirklich nichts tun, was uns ziemlich gut gefallen hat :). Und jeden Abend genossen wir mit einer Tasse Kaffee auf unserer Terasse einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Die Verpflegung bestand hauptsächlich aus Kaffee, Pancake, Mie und Nasi Goreng. Daher sorgten wir kurzerhand selber für etwas Abwechslung: Sili und Jody gingen Fischen und das sehr erfolgreich :), Sarah ging mit Eni Muscheln sammeln, Abdu holte uns Kokosnüsse von den Palmen und Säbi machte eine Runde Chapatti für alle. Nach einer Woche war dann der ganze Spass leider auch schon vorbei, da wir die Fähre ans Festland erwischen wollten. Fischer brachten uns zurück auf die „Hauptinsel“ Balai, wo wir eine Nacht im Losmen Putri verbrachten und am nächsten Tag die Fähre zurück nach Singkil nahmen.
Die Westküste Sumatras war sehr stark vom Tsunami 2004 betroffen und die Infrastruktur (v.a. Brücken und Strassen) befindet sich noch immer im Aufbau. Man findet kaum Informationen, ausser, dass die Fortbewegung eher mühsam und schleppend vorangeht und man viel Zeit, Geduld und gutes Sitzleder braucht, um ans gewünschte Ziel zu kommen. Beides führt wohl dazu, dass sich kaum Touris hierher verirren. Für uns ist es gerade deswegen besonders reizvoll, es erst recht zu machen 😉 und wir wurden belohnt: Wir genossen eine Fahrt auf engen und kurvigen Küstenstrassen, vorbei an Reisfelder, Palmölplantagen, badenenden Wasserbüffel, farbigen Moscheen, spielenden Kindern, verlassenen Stränden und und und. Durch überschwemmte Landteile, Ruinen und die von Hilfsorganisationen erbauten „Tsunami-Dörfer“ wird man aber auch immer wieder an die gewaltige Flutwelle erinnert.
In Meulaboh schauten wir kurz im Spital vorbei. Für 5 Franken wurde Säbis seit Wochen entzündeter Daumen behandelt, im Preis war sogar die Antibiotikacreme inbegriffen :). Auf dem Weg wurden wir noch vom „Disaster-Rescue-Team“ zu Kafi eingeladen, was wir dankend annahmen und ein nettes Schwätzchen hielten. Mit ihnen unternahmen wir am Abend auch eine kleine Rundfahrt durch Meulaboh, sahen uns den Sonnenuntergang am Strand an und assen am Hafen Znacht.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Singkil. Nach dieser Fahrt wissen wir nun auch, dass in einem Büssli für 9 locker 18 Leute Platz finden – Hühner, Töfflis und Velos noch nicht dazugezählt ;). Nachts um 11 kamen wir dann mit fünfstündiger Verspätung endlich und totkaputt in Singkil an, wo wir bei der Familie von Melly’s Homestay ein sehr einfaches Zimmer erhielten und nach einer Portion Mie Goreng erschöpft ins Bett fielen. Ausser alten Holzhäuser, blökenden Schafen und neugierigen Kindern gibt es in diesem verschlafenen Ort nicht viel zu sehen, trotzdem blieben wir noch einen ganzen Tag, da die Fähre auf die Banyak Inseln nur Dienstags fährt.
Idul Fitri, das Ende des Ramadan-Monats, stand an und somit hatte der muslimische Teil der indonesischen Bevölkerung bis zu einer Woche Ferien, was sie jeweils nutzen um Verwandte und Bekannte zu besuchen und somit halb Indonesien unterwegs ist, die Geschäfte geschlossen und Tickets überteuert oder ausverkauft sind :). Daher sind wir mit der Fähre ins Taucher-Paradies
Manchmal kamen wir nicht mehr aus dem Staunen raus: Nemos, Barracudas, Moränen, Seeschlangen, Krebse, Oktopusse, Haie, Schildkröten und jede Menge anderer Fische in allen Formen und Farben. Zwischen den Tauchgängen gab es jeweils eine Runde Backgammon oder ein abkühlendes Bad im türkisblauen Meer :).
Banda Aceh ist vor allem seit dem Tsunami 2004 bekannt, der die an der Küste gelegene Stadtteile stark verwüstete und mehr als 25’000 Menschen das Leben kostete. Es gibt einige Denkmäler, die wir uns natürlich anschauten. So beispielsweise das „Thanks to the World Monument“, das Boot auf dem Hausdach oder die Raya-Baiturrahman Moschee, die auf eine Art auch ein „Denkmal“ ist, da sie als einziges Gebäude, zwar schwer beschädigt, den Tsunami überstand und wo viele Menschen Zuflucht suchten und überlebten, da das Wasser zwar in die Moschee eindrang, sich aber „ruhig verhielt“ und wegen der offenen Struktur quasi hindurchfloss. Das neu erstellte Tsunami-Museum war leider Ramadan bedingt nicht wie gewohnt geöffnet, so dass wir nur kurze 10 Minuten drinn waren und danach wieder raus mussten. Die Dia-Show, die wir uns noch anschauen konnten, war aber schon mal ziemlich eindrücklich. Wir spazierten noch ein wenig durch die Quartiere, gingen auf den Fischmarkt, auf einen der vielen Strassenmärkte und führten kleine Gespräche mit den sehr freundlichen und aufgestellten Einwohnern. Das gemütliche Banda Aceh hat uns gut gefallen.
Der Lake Toba ist durch eine Vulkanexplosion entstanden und ist mit einer Fläche von 1700 Quadratkilometer der grösste See in Südostasien. In der Mitte liegt die Insel Samosir, die durch eine zweite Erosion entstanden ist. Die Insel Samosir und die Gegend um den Lake Toba ist die Heimat der Batak, eine aus Thailand und Myanmar vertriebene Volksgruppe, die einst ziemlich kriegsfreudig war und bis in das frühe 19. Jahrhundert den Kannibalismus auslebte. Heute sind die Batak, dank der holländischen Kollonialherrschaft, mehrheitlich Christen und ein ganz nettes Völkchen ;).