Quito

27.06.13 – 30.06.13

Länger als geplant verweilten wir nochmals in Quito. Der eigentliche Plan war es, die Pässe und den Einreisestempel – ohne Einreisestempel keine Ausreise (!) – zu holen, zwei drei Sachen zu erledigen und am Samstag weiter an die Küste und somit in wärmere Temperaturen zu fahren.

Christina und Sämi brachten unsere Pläne aber kurz durcheinander. Kennen gelernt haben wir die beiden in Baños beim Fondue essen, obwohl Christina Sili eigentlich schon länger kennt. Sie kündigten ihre Ankunft für Samstagabend an und wir liessen uns nicht zweimal bitten, den letzten Abend ihrer Weltreise mit ihnen gemeinsam zu verbringen. Also verlängerten wir mal um eine Nacht, huschten noch kurz für 3 Dollar zum Coiffure und verbrachten später einen geselligen, lustigen und feuchtfröhlichen Abend mit zwei Flaschen Wein, oder waren’s doch vier? Als dann auch noch unser Busproviant kurzerhand als Mitternachtsplättli hinhalten musste, war fast schon klar, dass wir am folgenden Tag nicht um 6 Uhr aufstehen werden, um den Bus zu erwischen. Also blieben wir einfach liegen und verlängerten gleich nochmals um eine Nacht in unserem gemütlichen Dachchämmerli.

Während sich Christina und Sämi nach dem Mittag Richtung Schweiz verabschiedeten, verbrachten wir den Nachmittag noch mit Kafi trinken und Fussball (Spanien – Brasilien) schauen.

Christina & Sämi: Wir hoffen, ihr seit gut zu Hause angekommen und wir freuen uns jetzt schon auf einen weiteren Weinabend in der Schweiz :).

Otavalo

24.06.13 – 26.06.13

MarktOtavalo ist eine der bekanntesten Andenstädten, vor allem wegen dem berühmten Handwerksmarkt auf dem Plaza del Poncho im Stadtzentrum. Er gilt als der grösster in ganz Südamerika und findet jeden Tag statt, wobei Mittwoch und Samstag die Hauptmarktage sind. Auch wir drehten zwei drei Runden durch den Markt und waren dann, als wir uns ein bisschen über die Preise und das südamerikanische Feilschen schlau gemacht haben, auch erfolgreich.

Parque CondorWir spazierten zum Parque Condor, einer Raubvogel-Auffangstation, wo verletzte Greifvögel, oder solche aus illegaler Haltung, gepflegt und falls möglich wieder ausgewildert werden. Meist haben sie sich aber bereits so an Menschen gewöhnt, dass sie freiwillig wieder zurückkehren und daher auch weiterhin dort leben. Wir kamen noch in den Genuss einer Flugshow und einer kurzen Fotorunde mit Chico. Auf dem Rückweg kamen wir am El Lechero vorbei, ein von der indigenen Bevölkerung verehrter Baum, der zwar nicht so spektakulär war, dafür einen wunderschönen Blick auf den dahinterliegenden Lago San Pablo bot.

Yummie PinchosUnser Besuch in Otavalo fiel gerade auf Inti Raymi, eine religiöse Zeremonie aus der Inkazeit zu Ehren der Sonne resp. Wintersonnenwende, und San Juan, das Fest des Heiligen Johannes des Täufers. Beides sind bedeutende Feste, die von den Indigenas in Otavalo und aus den umliegenden Dörfern noch heute während mehreren Tagen mit bunten Tänzen, Prozessionen, viel und gutem Essen und vor allem Alkohol zelebriert werden. Dabei tragen sie teilweise ihre typische Tracht – weisse Hosen und dunkler Poncho bei den Männern, dunkler Rock und eine weisse bunt bestickte Bluse bei den Frauen. Wir sahen aber mehr normal angezogene oder sogar Fasnacht-mässig-Verkleidete. Wir genossen zwei Tage davon, schauten dem traditionellen Kreistanz zu, assen Pinchos und Melcocha und tranken Chicha und Bier mit den Einheimischen.

Sonst nahmen wir es eher gemütlich, spazierten durch das Städtchen und genossen einen Kafi auf dem Plaza Bolivar oder auf einem kleinen Cafe-Balkönli, von wo wir den ganzen Markt überblicken und das rege Treiben beobachten konnten.

Quilotoa & Papallacta

19.06.13 – 23.06.13

Zu müde um das warme Bett zu verlassen, verschoben wir unsere Weitereise und verbrachten nochmals einen faulen Tag in Baños. Am Donnerstag ging es dann aber weiter. Mit dem ersten Bus kamen wir keine 10km weit, da sich leider das Getriebe verabschiedet hat. Also ging es mit dem nächsten vorbeifahrenden Bus zum nächsten Bus um dann in den nächsten Bus zu steigen, der uns nach Latacunga brachte, wo wir nochmals einen Bus nach Quilotoa nahmen. Wir bleiben ja flexibel :).

Quilotoa-KraterseeVor allem die letzte Etappe nach Quilotoa führte uns durch wunderschöne Berglandschaft. Quilotoa liegt auf 3800 Meter in den Anden und ist für seine Kraterlagune, welche in einem noch aktiven Vulkan liegt, bekannt. Zu dieser Lagune stiegen wir dann auch gleich ab. Die 400 Meter abwärts gingen ziemlich fix, beim Rückweg bergauf kamen wir dank dem sandigen und steinigen Weg und der Tatsache, dass wir fast auf 4000 Metern waren, doch ein bisschen ins Schnaufen. Am zweiten Tag wagten wir sogar die Kraterumrundung. Während vier Stunden wanderten wir über Stock und Stein, auf und ab, an Lamas und Schafen vorbei rund um den Krater. Anstrengend, aber wunderschön. Bari hat DurstWas uns besonders freute, war die Begleitung von Bari, der sich uns auf den ersten Metern angeschlossen hatte, uns den Weg zeigte und andere Hunde fernhielt. Dafür teilten wir unsere zwei Brötli und unser Wasser mit ihm J. Meist ging ein rauer Wind und wenn die Sonne nicht schien, war es keine 10 Grad warm, weshalb wir um die heisse Dusche und die fünf Decken in unserem rustikalen Zimmer im Hostal Chukirawa ziemlich froh waren.

QuilotoaNach diesen eher kalten Bergtagen, gönnten wir uns zwei Tage Aufwärmen in den Thermen von Papallacta. Papallacta liegt nicht weit von Quito im Gebirge auf ca. 3’300 Meter. Das Thermalwasser kommt direkt vom Vulkan Antisana und soll angeblich eine optimale Mischung an Mineralien beinhalten, dass entzündungshemmende, antirheumatische und allgemein gesundheitsfördernde Wirkung hat. Etwas anderes als Baden konnte man in dieser verlassenen Gegend gar nicht machen, so vergnügten wir uns sowohl in den Thermen als auch im Hostal eigenen kleinen Warmwasserpool.

Misahuallí

16.06.13 – 18.06.13

Das nächste Ziel war Misahuallí, ein kleines Dorf am Nordufer des Rio Napo und Ausgangspunkt für Touren in den tropischen Regenwald.

CapybaraWir entschieden uns gegen ein All-Inclusive-Angebot in einer der zahlreichen teuren Lodges, quartierten uns erstmal in einem herzigen Bungalow direkt am Sandstrand vom Rio Misahuallí ein und klapperten dann die Reiseagenturen am Hauptplatz ab, um eine bezahlbare Ein- oder Zwei-Tages-Tour zu buchen. Leider entsprachen die Angebote nicht ganz unseren Vorstellungen – eine Stunde Kanu-Fahren auf dem Fluss für 40 Dollar pro Person oder drei Stunden im Dschungel wandern mit Besuch einer indigenen Familie, die Souvenirs herstellt für 70 Dollar pro Person schien uns doch etwas übertrieben – und so stellten wir unser eigenes Unterhaltungsprogramm zusammen. Wir besuchten das noch nicht so bekannte Museo Kamak Maki, erhielten dort Erklärungen über Medizinische Pflanzen, die Lebensweise der indigen Familien im Dschungel und über die Tierwelt. Dabei hat es uns vor allem das Capybara, ein Wasserschwein, das wie ein überdimensionales Meerschweinchen aussieht, angetan. Wieder ein Pelztierchen, das wir sofort adoptieren würden :). Cascada de LatasAm Nachmittag wanderten wir noch zum Cascada de Latas und genossen ein kühles Bier und Bad.

Am Dienstag Morgen mussten wir schon fast um einen Zmorgenkafi kämpfen, das Dorf war ausgestorben, fast alle hatten die Rollläden unten und es fing auch noch an zu Regnen. So packten wir spontan unsere sieben Sachen wieder zusammen und hüpften in den nächsten Bus Richtung Tena, wo wir gleich in den nächsten Bus zurück nach Baños de Agua Santa stiegen.

Baños de Agua Santa

13.06.13 – 15.06.13

Mit dem Bus ging es ins Zentrale Hochland, nach Baños de Agua Santa. Das Busfahren in Südamerika kann man fast mit den asiatischen Busfahrten vergleichen, nur dass der Bus wesentlich komfortabler ist, anstatt Technomusik Salsa aus den Boxen ertönt – Lautstärke in etwa dieselbe – und dass hier die fliegenden Verkäufer Empanadas, Helados und Secos verkaufen, also uns gefällts 🙂

Kaese-FondueBaños liegt am Fusse des aktiven Vulkans Tungurahua. Leider haben wir diesen nie zu Gesicht bekommen, da er sich immer hinter dicken Wolken versteckte. Baños ist zudem für Outdoor-Aktivitäten und für die Thermalbäder bekannt. Wir haben uns hier Velos geschnappt und sind die Ruta de las Cascadas – Route der Wasserfälle – bis zur Pailón del Diablo – Schlucht des Teufels – gefahren. Den dortigen Wasserfall haben wir uns sowohl von oben, von einer gwaggligen Hängebrücke aus, als auch von unten, wo wir ziemlich nass wurden, angeschaut. Nach einer wärmenden heissen Schoggi ging es per Pick-Up zurück nach Baños. Die Temperaturen auf 1800 Meter sind jeweils ziemlich frisch, weshalb wir uns ein wärmendes Bad in den Termas El Salado gönnten – natürlich mit obligatorischer Badekappe :).

In Baños trafen wir zudem Roger, einen ehemaligen Arbeitskollegen von Sili. Zusammen genossen wir mal wieder ein richtiges Schweizer Wurst-Käse-Plättli, ein Schweizer Käsefondue und ein Fondue Chinoise mit Supplement im Swiss Bistro. Herrlich… Während Roger nach drei Tagen weiter nach Kolumbien reiste, machten wir uns auf den Weg in den Oriente…

Quito

07.06.13 – 12.06.13

Nach der langen Reise über Kuala Lumpur, London und Miami kamen wir glücklich – immerhin haben es sowohl wir als auch unser Gepäck ohne grosse Zwischenfälle ans Ziel geschafft – und etwas müde in Quito und somit Südamerika an.

Basilica del Voto NacionalDie Hauptstadt Ecuadors liegt auf 2850 Meter über Meer in den Anden und ist somit die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Wir haben uns ziemlich gut an die Höhe und etwas weniger gerne an das eher milde Klima gewöhnt. Quitos Altstadt wurde 1978 als erste Stadt überhaupt zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Dort schlenderten wir durch die niedlichen engen Gässchen zwischen farbigen Häuser hindurch und bewunderten die zahlreichen bedeutenden Bauten, Plätze und Strassen. Im neuen Teil der Stadt nutzen wir vor allem die vorhandene Infrastruktur, um unser Equipment wieder ein bisschen auf Fordermann zu bringen – neuer Fön, neue Hosen, neue Sicherungen, neue Schuhsohlen, neuer Pass ;).

Am Dienstag fand das WM-Qualifikationsspiel zwischen Ecuador und Argentinien statt. Leider konnten wir keine (bezahlbaren) Tickets mehr ergattern und fieberten daher in einer Bar mit ein paar Einheimischen mit.

Quito liegt nur gerade 22km südlich des Äquators, weshalb ein Besuch beim Mitad del Mundo fast ein Muss war. Das Monument sollte eigentlich auf dem Nullpunkt liegen und die gelbe Linie die Grenze zwischen der Nord- und der Südhalbkugel anzeigen. Mitad del MundoNeuste GPS-Berechnungen haben jedoch ergeben, dass die Messung aus 1736 um rund 240 Meter daneben liegt. Das kleine Museo Inti Ñan etwa 200m nördlich liegt dem Äquator schon viel näher und ist im Vergleich zum künstlich erbauten, ausgestorbenen Touristendorf La Ciudad del Mundo viel lohnenswerter. Man wird durch das Open-Air Museum geführt, erfährt Einiges über die Kultur Ecuadors und über Schrumpfköpfe und kann sich anhand einiger Experimente vergewissern, dass man nun doch noch am Nullpunkt angekommen ist. Aber anscheinend ist auch das nur ein kleiner Schwindel und der tatsächliche Äquator befindet sich bei einer zufällig entdeckten Prä-Inka-Stätte auf einem kleinen Hügel noch ein paar Meter nördlicher. Uns hat der kleine Ausflug trotz wissenschaftlicher Unstimmigkeiten gut gefallen :).

Nach einer knappen Woche Grosstadt zieht es uns aber doch wieder in eine ländlichere Gegend und wir fahren nach Baños.

Kerinci Valley & Padang

23.05.13 – 05.06.13

In Padang organisierten wir uns noch für dieselbe Nacht einen Transport in die 130km entfernte Kerinci Region. Wir fuhren acht Stunden von Technomusik begleitet ins kleine Bergdorf Kayu Aro, wo uns Patrick und Esther Morgens um vier mit Bier und Kafi Willkommen hiessen.

Gunung KerinciUnser Family Homestay lag direkt am Fusse des malerischen Gunung Kerinci, dem höchsten Vulkan Sumatras (3805m). Von weiten Teeplantagen, Zuckerrohr-, Mais-, Chili-, Kohl- und Spinat-Feldern umgeben ragt er wie ein Gugelhopf in den Himmel. Am Morgen war er meist wolkenfrei, danach zog langsam ein Wolkenmeer auf, das sich am Nachmittag entleerte und sich bei untergehender Sonne in ein zartes Rosa und Orange verfärbte.Aus den Nachbarsdörfern erklangen die Rufe der Muezzins, Hunde bellten, Heuschrecken zirpten. Klingt alles sehr idyllisch, wäre es nicht so schweinekalt gewesen :). Und dass uns auf 1500m auch nur das übliche indonesische eiskalte Mandi zur Verfügung stand, machte die Situation nicht viel gemütlicher. Aber zum Glück hatten wir ja unseren Fön :).

Pflutschnass im ZielDas Ziel der meisten Touristen, die sich in diese Gegend verirren, ist die Besteigung des Gunung Kerinci. Wir aber waren wegen Patrick und Eshter hier, die sich auf Grund von Patricks ethnologischer Feldforschung über die Kerinci-Kultur für einige Monate hier oben eingerichtet haben. Gemeinsamen unternahmen wir einige Ausflüge. Wir nahmen einen Anlauf zum Danau Gunung Tujuh, dem höchstgelegenen Kratersee Südostasiens, mussten die Wanderung jedoch wegen dem strömenden Regen abbrechen. Die zweite Wanderung zum Danau Belibis, zu einem See mit einer schwimmenden Insel, zogen wir trotz Regen durch und waren dann aber auch pflutschnass bis auf die Unterhosen.

HuehnliDank Een, einem lokalen Guide, der vor allem Patrick bei seinen Forschungen untertützte, kamen wir auch noch in den Genuss, den Zuckerrohr-Schleckwürfel-Herstellungsprozess zu besichtigen, hinter die Kulissen einer Teefabrik zu spienzeln, mit indonesischen Pfadfinderinnen den Wald zu erkunden und bei einer Probe einer lokalen Gamelan-Gemeinschaft, eine traditionelle, aus dem javanesischen stammende Musik, mitzulauschen. Auf den lokalen Märkten deckten wir uns jeweils mit frischen Nahrungsmitteln ein. So frisch, dass es fünf Sekunden vor Kauf teilweise noch geflattert und gegackert hat und das Innenleben zu Hause selbst entfernt werden musste :). Auch hier lernten wir wieder neue leckere Sachen kennen, zum Beispiel Bengkoang, ein saftiges, süsslisch schmeckendes Knollengemüse, und Bandrek, ein würziges, chai-ähnliches Heissgetränk, das in diesen kühlen Temperaturen einfach göttlich war. ErupsiDank Patrick und Sili hat auch der Umsatz an Bintang und Garuda-Peanuts in den letzten Tagen um ein Vielfaches zugenommen :). Am zweitletzten Tag durften wir dann auch noch ein spezielles Naturereignis miterleben. Erupsi Gunung Kerinci. Der Vulkan bricht im Vierjahres-Takt aus, 2013 sollte es wieder soweit sein und es war tatsächlich so: Eine Eruption mit einer 600m hohen Atompilzwolke. Im nahegelegenen vulkanologische „Institut“ liessen wir uns dann noch die seismographischen Aufzeichnungen erklären :).

PadangNach knapp zwei Wochen verliessen wir das kalte Bergland wieder Richtung Padang, wo wir uns von Asien verabschiedeten und die lange Reise nach Südamerika starteten. Erneut haben wir in Indonesien Unglaubliches erlebt, gesehen, gegessen, kennen gelernt und immer noch nicht genug davon :). Wir freuen uns aber auch auf einen kompletten Szenenwechsel und eine neue Welt in Südamerika. Bis dahin liegen zwar noch etwa 36 Reisestunden vor uns, aber wir haben ja Zeit… 🙂

 

 

Makassar & Tana Toraja

15.05.13 – 22.05.13

Berglandschaft, Langhäuser, Bestattungszeremonien, Fels- und Baumgräber, das erwartete uns in Tana Toraja.

MakassarIn Makassar, der chaotischen Hauptstadt Südsulawesis, quartierten wir uns im New Legend Hostel ein. Dort machten wir unter anderem Bekanntschaft mit einem nicht sehr klugen Tourguide namens Pedro, der es sich gleich mit seinem dritten Satz mit uns verscherzte, und einem Australier, der mitten in der Nacht lauthals Selbstgespräche führte und dabei jedes zweite Wort mit F*** begann. Zum Glück gab es aber auch noch normale Leute, so lernten wir Ximena aus Argentinien und Isabelle aus der Schweiz kennen, mit denen wir dann auch unser Trippli in die Berge starteten. Mit einem Mietauto düsten wir über Pare-Pare, unserem Übernachtungsstopp, ins Hochland nach Rantepao, dem Dreh- und Angelpunkt der Region Tana Toraja.

Tana TorajaTana Toraja bedeutet einfach übersetzt „Leute aus dem Bergland“. Durch die holländische Kolonialisierung nahm das Christentum Einzug in das Gebiet und zusammen mit ihrem eigenen traditionellen Glauben an Geistern, Dämonen und Mythen bildete sich eine Mischform, die man heute in Tana Toraja antrifft. Auffällig sind die Häuser mit ihren markanten, geschwungenen Dächern, die Büffel-Hörner, die den sozialen Status der Familie symbolisieren, und die Reisspeicher, die wie eine Miniausgabe der Wohnhäuser ausschauen.

Die Torajas sind vor allem für ihre Bestattungszeremonien bekannt. Je höher das Ansehen eines Verstorbenen, desto mehr Wasserbüffel müssen geopfert werden. So kommt es vor, dass ein Leichnam Monate, teilweise Jahre, gelagert wird, bevor man die Anzahl Wasserbüffel  – Albino-Büffel mit schwarzen Flecken sind die wertvollsten – zusammengespart hat, die dem Status der Person würdig ist. BestattungszeremonieDie Zeremonie wird so auch über Monate geplant und teilweise finden sich hunderte Menschen für die Feierlichkeit ein. Mit einem Guide durften auch wir mit zu einer Zeremonie, die vier Tage dauerte. Während den ersten beiden Tagen werden die Gäste und ihre Geschenke empfangen, am dritten findet die Opfergabe statt und am vierten wird der Sarg zu Grabe getragen. Wir waren am ersten Tag dort. Gäste kamen und gingen, über Mikrophon wurde verkündet, wer welchen Büffel oder welches Schwein mitgebracht hat, die dann auch gleich geschlachtet und als Dank mit den Gästen geteilt wurden. Nachdem wir einem Familienangehörigen eine übliche Aufmerksamkeit übergaben, wurden wir mit Kaffee und Gebäck versorgt und durftem dem regen Treiben zuschauen.

Cave Graves LombokAm Sonntag erkundeten wir die Gegend auf eigene Faust. Wir kurvten an weiten, saftiggrünen Reisfeldern vorbei, sahen die wertvollen Wasserbüffel in Tümpel baden und besuchten einige Grabstätten. Unter anderem die Felsgräber in Lemo, die von puppenartigen Figürchen, Tau-Tau genannt, bewacht werden, und ein Höhlengrab in Lombok, wo wir von einem Familienmitglied und einer Schar Kinder zum Familiengrab geführt wurden, wo wild verstreut Särge, Knochen und Schädel von den Verstorbenen in einer von Hand erschaffenen Felshöhle lagen.

Markt in BoluAm Tag der Rückfahrt drehten wir noch eine Runde auf dem Markt von Bolu, der nur alle sechs Tage stattfindet und vor allem für die Büffel- und Schweineabteilung berühmt ist. Von Isabelle und Ximena verabschiedeten wir uns noch in Bolu und düsten über Sengkang zurück nach Makassar, wo wir den Flieger nach Padang auf Sumatra nahmen, um unser nächstes Ziel, das Kerinci Valley, zu erreichen.

 

 

Bunaken

08.05.13 – 14.05.13

BunakenFür Indonesien schon fast beängstigend überpünktlich wurden wir am Hafen von Manado abgeholt und mit einem kleinen Böötli auf die Insel Bunaken gebracht. Willeke und ihre Familie begrüssten uns herzlich im Resort Cicak Senang – Happy Gecko – und wir konnten in ein herziges Hüttli mit Meerblick einziehen. Mit diesem Resort haben wir wieder einen Glückstreffer gelandet. Es hat nur fünf Bungalows und ist somit ruhig, gemütlich und sehr heimelig. Das Essen, meist Fisch, Gemüse und Reis, war einfach herrlich und für die regelmässige Unterhaltung sorgte jeweils Lily, die Tochter von Willeke und Terry, der kleine Schnuffelhund oder der etwas Ladyboy-hafte Küchenjunge :).

Abfall am StrandManado hat leider ein kleines Problem was die Müllentsorgung betrifft. Plastikmüll wird einfach ins Meer geworfen und endet dann am Strand der Insel Bunaken, da dieser in einer Bucht liegt und somit alles angeschwemmt wird. Es wird vermutet, dass die Schiffe, die zwischen den Philippinen und Manado verkehren, auch dazu beitragen, indem sie ihren Müll kurz vor Ankunft im Hafen „entsorgen“. Auf unserem kurzen Strandspaziergang konnten wir uns selber ein Bild davon machen, was einen doch etwas traurigen Nachgeschmack hinterliess. Für Strandurlaub ist Bunaken wohl nicht der ideale Ort, dafür ein Paradies für Taucher.

TauchbootDa es wohl für ein Weilchen nicht mehr unter Wasser geht und wir euch doch mal etwas genauer wissen lassen wollen, was wir alles so unter Wasser sehen, folgt diesmal eine kleine Liste: Hawksbill Turtles, Ghostpipe Fishes, Nudibranches, Barracudas, Napoleons, Giant Trevallys, Parrot Fish, Yellow Boxfishes, Pygmy Seahorses, Blue Spottet Stingrays, White Tip Reef Shark, Black Tip Reef Shark und viele andere bunte Fische und schöne Korallen. Ein richtiges Unterwasserparadies.

Zwei Momente werden uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben: Ein Octopus, der sich mal nicht in einem Loch versteckte, bot uns ein Farbenspektakel, das uns nur noch Staunen liess. Von rot zu weiss zu gesprenkelt zu blau… nicht nur die Farbe sondern die ganze Oberflächenstruktur wird jeweils zur Tarnung angepasst und das im Sekundentakt. Absolut faszinierend. Am selben Tag gingen wir noch auf einen Nachttauchgang. Mit Taschenlampen bewaffnet ging es im Dunkeln ins Wasser. Wir wurden von tausenden Shrimpaugen genaustens beobachtet und bekamen Lebewesen zu Gesicht, die Tagsüber niemals so aktiv sind.

Nach einer knappen Woche auf der Insel ging es schon wieder weiter, diesmal in den Süden Sulawesis, nach Makassar.

Gili Trawangan

01.05.13 – 08.05.13

VelotuerliUnd es ging nochmals nach Gili Trawangan, nochmals zu Dino’s und nochmals ins gleiche Bungalow – sogar unsere zwei Bücher, die wir auf dem Regal liegen gelassen haben, lagen noch dort. Das Programm sah ähnlich aus wie das letzte Mal: Sünele, Bädele, Backgammon, Happy Hour, Lassi, Seafood, Nightmarket und und und. Zum Tauchen reichte die Zeit diesmal leider nicht :), dafür unternahmen wir einen kleinen Schnorchelausflug und eine Fahrradtour auf die andere Seite der Insel. Am Mittwoch mussten wir uns dann leider auch vom Rest verabschieden, der wieder Richtung Schweiz reiste. Wir hingegen nahmen den Flieger, der uns in den Norden von Sulawesi nach Manado brachte.

@Reisegruppe Oberholzer-Brunner: s’sisch absolut de Hammer xi mit eu… mier vermissed eu jetzt scho und freued eus ufs nöchschte Mal 🙂